Kostenübernahme der Krankenkasse / Pflegeversicherung beim Treppenlift

Treppenlift KrankenkasseDie meisten Deutschen möchten gerne in ihren eigenen vier Wänden alt werden, egal ob es sich um Eigentum oder eine Mietwohnung handelt. Um diesen Wunsch auch erfüllen zu können, sind Senioren auf zweierlei Unterstützung angewiesen: Hilfsgeräte (wie zum Beispiel einen Treppenlift) und finanzielle Unterstützung (z.B. von der Krankenkasse). Oftmals treffen bei uns Anfragen ein, wie man erreicht, dass die Krankenkasse Treppenlift -Kosten übernimmt. Dieser Artikel soll einen Überblick zum Thema Krankenkasse/ Pflegeversicherung und Treppenlift geben.

Unterstützung beim Treppenlift Einbau

Es kommt sehr auf den jeweiligen Fall an, ob die Krankenkasse bei der Anschaffung eines Treppenlifts zur Kostenübernahme bereit ist oder nicht. Zumindest aber eins kann sie: Beim Kauf mit Rat unterstützen. In Zeiten einer immer größeren Serviceorientierung stellen zahlreiche Krankenkasse auch informative Broschüren rund um die Barrierefreiheit von Wohnungen bereit. In diesen kann man verschiedenste Maßnahmen nachlesen, um den entsprechenden Wohnraum sicherer für Senioren (oder auch behinderte Menschen) zu gestalten.

Wer Fragen hat, inwieweit die Krankenkasse bzw. Pflegeversicherung sich finanziell an der Anschaffung eines Treppenlifts beteiligt, sollte sich direkt an seinen dort vorhandenen Ansprechpartner wenden. Für eine anonyme Vorabklärung hilft vielleicht auch beispielsweise das Serviceforum der AOK bzw. Ihrer Krankenkasse / Pflegeversicherung.

Förderung mit Pflegestufe durch Pflegeversicherung

Es ist möglich, dass ein Treppenlift durch die Krankenkasse bezuschusst wird. Voraussetzung hierfür ist allerdings das Vorliegen einer Pflegestufe. Dann tritt die Pflegeversicherung ein und zahlt Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes des Pflegebedürftigen, wenn dadurch im Einzelfall die häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert oder eine möglichst selbständige Lebensführung des Pflegebedürftigen wiederhergestellt wird. Dies ist im Sozialgesetzbuch geregelt (§ 40 SGB XI. / Kostenübernahme)

Allerdings ist zu beachten, dass die Krankenkasse bzw. Pflegekasse nicht 100% der Kosten übernehmen wird, sondern nur einen maximalen Anteil von 2.557 Euro. Das deckt bei guten baulichen Voraussetzungen (gerade Treppe, etc.) beispielsweise ungefähr die Hälfte bis ein Drittel der Kosten für den Einbau eines Treppenlifts. Allerdings werden die 2.557 Euro auch nicht ohne weiteres gewährt. Bei der Berechnung des finanziellen Ausgleichs muss noch eine Selbstbeteiligung berücksichtigt werden: Der Pflegebedürftige trägt nämlich als Eigenanteil 10% der Kosten der Maßnahme, jedoch höchstens 50% seiner monatlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt. Hat der Pflegebedürftige kein eigenes Einkommen, entfällt die Selbstbeteiligung. Auch die Einnahmen anderer Angehöriger im gleichen Haushalt werden nicht bei der Berechnung herangezogen.

Was auch zu beachten ist: Die Leistungen der Pflege- bzw. Krankenversicherung sind „nachrangig“. Das bedeutet, dass vor der Erstattung geprüft werden muss, ob andere Leistungsträger wie beispielsweise die Berufsgenossenschaft, vorrangig Kostenträger sind und daher anstatt bzw. vor der Krankenkasse einspringen müssen.

Übrigens: Bei Kriegsopferversehrten wird ein Treppenlift unter Umständen voll gefördert. Hier lohnt es sich nochmal genauer bei der Krankenkasse bzw. Pflegeversicherung bezüglich der Kostenübernahme nachzufragen.

Weitere Finanzierungsmöglichkeiten

Da die Förderung von 2.557 Euro und damit die Bezuschussung der Krankenkasse zum Treppenlift eher gering ausfällt (auch wenn die Summe generell nicht zu verachten ist), sollte man sich auch nach weiteren Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten umschauen. Diese stellen wir Ihnen in den Artikeln „Von der Steuer absetzen“ und „Kredit von der KfW Bank“ vor.

Bild: Thomas Siepmann / pixelio.de